Samply-Alternative für Tonstudios: wann Samply reicht und wann nicht
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Ich bin darauf gekommen, weil ein User auf TikTok gefragt hat, ob CuePort nicht einfach dasselbe ist wie Samply.
CuePort ist mein eigenes Tool, das sage ich lieber gleich am Anfang. Das hier ist also der Vergleich von jemandem, der eins der beiden Tools gebaut hat, und genau deshalb stammt alles, was hier über Samply steht, entweder von Samplys eigener Website oder aus dem Test weiter unten.
Was Samply richtig gut kann
Samply ist zum Teilen und Anhören gebaut, und das merkt man sofort. Ein Track geht per Link raus, der Hörer braucht kein Konto, und laut Samply läuft alles in voller Auflösung und ohne Lücken zwischen den Songs. Neue Versionen stapelt man einfach auf die alte, und Kommentare hängen an einer Zeitmarke. Mit der iOS-App hört man sogar offline.
Im Indie-Plan kommen Passwortschutz und eine Download-Sperre dazu, außerdem Statistiken darüber, wer wann zugehört hat, und eine Bezahlschranke über Stripe, die Downloads oder den Zugang erst nach einer Zahlung freigibt. Der Pro-Plan spielt Spatial Audio ab und setzt Wasserzeichen.
Auf Samplys Startseite stehen Empfehlungen von Mix- und Mastering-Engineers, die für sehr große Namen arbeiten, und das kommt nicht von ungefähr.
Mir gefallen die aufgeräumte Bedienoberfläche und die verständlichen Menüs.
Zwei Tools, zwei Ansätze
Samply denkt vom Player aus. Man lädt etwas hoch, teilt es, jemand hört rein und schreibt einen Kommentar. CuePort denkt vom Studio aus, also von allem, was um die Musik herum passiert. Jeder Artist hat seinen eigenen Zugang, und eine Produktion läuft in Schritten von Lyrics und Instrumental über Gesang und Mix bis zum Cover. Daneben stehen die Sessions im Kalender und der Zahlungsstatus. Wer nur mal reinhören soll, bekommt einen Gastlink und braucht kein Konto. Für Reaper gibt es ein Skript, das die Kommentare als Marker direkt ins Projekt holt.
Eine Bezahlschranke vor dem Download gibt es in CuePort nicht. Ich denke, diese Funktion ist eher für die schnelle Auslieferung an viele Kunden gedacht und hat weniger mit Projektbetreuung zu tun.
Der Versionswechsel, gemessen
Samply verspricht auf seiner Startseite, dass man zwischen gestapelten Versionen „seamlessly“ wechseln kann. Stimmt das?
Ich habe das ausprobiert. Richtig gapless Version Switching ist es nicht, man hört trotzdem noch Aussetzer.
Ein Höreindruck ist schnell behauptet, deshalb habe ich das genauer messen lassen. Gemessen wurde am 20. Oktober 2026 in Chrome 155, beide Male als Gast über einen geteilten Link, mit einem Testton in zwei Versionen, die sich nur in der Lautstärke unterscheiden. In zwei Durchgängen wurde jeweils 20-mal während der Wiedergabe umgeschaltet, alle drei bis fünf Sekunden, und aufgezeichnet wurde automatisiert direkt an der Audio-Ausgabe des Browsers.
Samply hat bei allen 40 Wechseln kurz ausgesetzt, meistens zwischen 0,14 und 0,55 Sekunden, im Mittel rund 0,3 Sekunden. Beim allerersten Wechsel auf eine Version, die noch nicht geladen war, waren es bis zu 1,2 Sekunden, danach ging es jeweils ungefähr an derselben Stelle weiter. CuePort hat 39 von 40 Wechseln ohne messbare Pause geschafft, und die Position lief auf eine Millisekunde genau weiter; einmal gab es eine Lücke von 20 Millisekunden, wie sie die Testumgebung gelegentlich auch ganz ohne Umschalten hatte.
Woran das liegt, sieht man am Datenverkehr. Samply streamt jede Version in kleinen Stücken und holt beim Wechsel die andere Version ab der aktuellen Stelle neu, im Test waren das elf bis fünfzehn Anfragen pro Wechsel. CuePort lädt beim Öffnen des Players alle Versionen komplett und schaltet danach nur noch um. Der Preis dafür ist, dass erst alles geladen sein muss, bevor es losgeht, und bei vielen langen Versionen dauert das eben einen Moment.
Ein paar Dinge sagen die Zahlen nicht. Samply kann verlustfrei streamen, hat mir als Gast im Test aber AAC mit 256 kbit/s geliefert, während CuePort FLAC geschickt hat. Andere Browser als Chrome habe ich nicht getestet.
Für das Anhören eines fertigen Mixes spielt so eine Pause kaum eine Rolle. Beim A/B-Vergleich zählt dagegen, dass beide Mixe ohne Pause an derselben Stelle weiterlaufen.
Meiner Erfahrung nach hört man so die kleinsten Unterschiede, und das führt zu einer bewussteren Entscheidung.
Samply und CuePort im Überblick (Stand Oktober 2026)
| Samply | CuePort | |
|---|---|---|
| Gratis-Plan | 4 GB, beliebig viele Projekte | 5 GB, 3 Artists mit je einer Produktion, Uploads werden nach 7 Tagen gelöscht |
| Bezahlpläne | Indie ab 5 $, Pro ab 28 $ im Monat, Studio auf Anfrage | Pro 6,99 €, Studio 14,99 € im Monat |
| Zuhören ohne Konto | ja | ja, per Gastlink |
| Versionswechsel im Test | rund 0,3 s Pause | ohne Pause |
| Abspielformat im Test | AAC 256 kbit/s | FLAC |
| Apps | iOS-App mit Offline-Wiedergabe | Web-App, auf iOS und Android installierbar |
| Studio-Ablauf | Team-Workspace im Studio-Plan | Artists, Produktionsschritte, Sessions, Zahlungsstatus |
| Zahlungen | Bezahlschranke über Stripe (ab Indie) | Zahlungsstatus pro Produktion |
Wann Samply die bessere Wahl ist
- Wer vor allem fertige Mixe und Master teilt und keine Studio-Organisation drumherum braucht.
- Wenn Hörer auf dem iPhone offline hören sollen, in einer richtigen App.
- Für Atmos- oder andere Spatial-Mixe.
- Wenn Kunden direkt beim Download bezahlen sollen.
- Wenn Dateien im Gratis-Plan länger liegen bleiben sollen, denn CuePort löscht sie dort nach 7 Tagen.
Spatial Audio gibt es in CuePort nicht. Warum auch, Musik wird nach meiner Schätzung immer noch zu 90–95 % in Stereo produziert und gehört. CuePort ist für Musikstudios und nicht für Post-Production-Studios.
Wer dagegen mit festen Artists arbeitet, Versionen direkt gegeneinander hört und Sessions und Zahlungen im selben Tool im Blick haben will, für den ist CuePort gebaut. Wie vergleicht ihr bei euch Mixversionen mit euren Artists, und fällt denen die Pause beim Umschalten überhaupt auf?
In eigener Sache
CuePort ist mein Produkt, deshalb habe ich alle Angaben zu Samply von Samplys eigener Website übernommen oder im beschriebenen Test messen lassen, Stand Oktober 2026. Wenn sich bei Samply etwas ändert oder ich etwas falsch dargestellt habe, schreib mir an info@cueport.app, dann passe ich den Artikel an. Samply ist eine Marke der Samply, Inc. CuePort ist nicht mit Samply verbunden.
Häufige Fragen
Ist CuePort nicht einfach dasselbe wie Samply?
Nein. Samply ist zum Teilen und Anhören von Tracks gebaut, CuePort organisiert dazu Artists, Produktionen, Sessions und Zahlungen und wechselt beim A/B-Vergleich ohne Pause zwischen Versionen. Wer nur fertige Mixe verschicken will, ist mit Samply gut bedient.
Setzt Samply beim Wechsel zwischen Versionen aus?
In unserem Test mit Chrome am 20. Oktober 2026 hat Samply bei allen 40 Wechseln kurz pausiert, im Mittel rund 0,3 Sekunden. Mit einem anderen Browser oder einer anderen Internetverbindung können die Werte abweichen.
Können Artists ohne Konto zuhören?
Bei beiden Tools ja. Samply teilt Tracks per Link ohne Konto, CuePort über einen Gastlink, auf dem Gäste nur ihren Namen eingeben und dann direkt auf der Wellenform kommentieren.
Was kostet Samply im Vergleich zu CuePort?
Samply hat einen Gratis-Plan mit 4 GB, die bezahlten Pläne starten bei 5 US-Dollar im Monat. CuePort ist mit 5 GB und drei Artists gratis, Pro kostet 6,99 Euro und Studio 14,99 Euro im Monat. Stand ist Oktober 2026.
Spielen beide Tools verlustfrei ab?
Samply kann verlustfrei streamen, hat im Test als Gast aber AAC mit 256 kbit/s geliefert. CuePort hat im selben Test FLAC geliefert, also verlustfrei.


